Zeitzeuge Hugo Brainin mit 101 Jahren gestorben
Zeitzeugen wie Hugo Brainin leisten etwas, das kein Geschichtsbuch ersetzen kann: Sie machen Geschichte körperlich spürbar und persönlich. Mit dem Aussterben dieser Generation stellt sich drängend die Frage, wie Erinnerungskultur lebendig bleibt – gerade in Zeiten, in denen rechtsextreme Narrative wieder salonfähig werden. Schulen und Zivilgesellschaft tragen jetzt mehr Verantwortung denn je, diese Arbeit durch andere Formate weiterzuführen.
Brainins Lebenswerk erinnert daran, dass Demokratie keine Selbstverständlichkeit ist, sondern aktiv verteidigt werden muss – auch durch persönliche Zeugnisse. Für Mecklenburg-Vorpommern, wo rechtsextreme Einstellungen besonders verbreitet sind, ist diese Mahnung besonders relevant. Lokale Initiativen der Erinnerungsarbeit, wie Stolpersteinprojekte oder Schulkooperationen mit Gedenkstätten wie Ravensbrück, gewinnen nun noch mehr Bedeutung.