Zelensky in Belgrad: Ukraines Kosovo-Blindstelle bleibt bestehen
Die Frage der Kosovo-Anerkennung berührt das Fundament des europäischen Völkerrechts und der Glaubwürdigkeit westlicher Demokratien, die einerseits die territoriale Integrität der Ukraine verteidigen, andererseits Kosovos Sezession befürworten. Diese scheinbare Doppelmoral schwächt das normative Fundament, auf dem eine regelbasierte internationale Ordnung aufgebaut ist. Eine kohärente europäische Haltung wäre entscheidend, um demokratische Werte auf dem Balkan glaubwürdig zu vertreten.
Für die europäische Integrationspolitik ist Kosovos Anerkennungsfrage ein ungelöstes Kernproblem: Ohne breitere Anerkennung bleibt der EU-Beitrittsprozess blockiert. Ukraines Haltung zeigt zudem, dass auch vom Krieg betroffene Demokratien geopolitische Kalküle über Prinzipien stellen können. Langfristig braucht es eine kohärente EU-Position, die den Westbalkan als Teil des demokratischen Europas fest einbindet und dabei widersprüchliche Signale vermeidet.