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Thursday, 17. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Zentralrat der Juden warnt: AfD gefährdet offene Gesellschaft

Der Zentralrat der Juden warnt vor einem starken AfD-Ergebnis bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt und sieht demokratische Grundwerte sowie die Erinnerungskultur in Gefahr. Die Warnung verdeutlicht, dass die Relativierung der NS-Aufarbeitung keine abstrakte Debatte ist, sondern konkrete gesellschaftliche Folgen hat. Gerade in Ostdeutschland, wo viele Menschen mit Transformationserfahrungen leben und politisches Vertrauen oft erschüttert ist, braucht es starke demokratische Strukturen auf kommunaler Ebene. Die Stärkung lokaler Bündnisse für Demokratie und Erinnerungskultur ist ein Weg, dem Rückzug des demokratischen Engagements entgegenzuwirken.

Wenn eine der bedeutendsten jüdischen Institutionen Deutschlands öffentlich vor einer Partei warnt, ist das kein taktisches Manöver – das ist ein Alarmsignal für die gesamte Zivilgesellschaft. Die Erinnerungskultur ist kein Luxus, sondern ein Fundament, das verhindert, dass Ausgrenzung und Menschenfeindlichkeit wieder gesellschaftsfähig werden. Wer dieses Fundament erschüttert, greift alle an, die keine Mehrheit hinter sich haben.

Ostdeutschland ist das Testfeld: Was in Sachsen-Anhalt gewählt wird, beeinflusst das politische Klima in ganz Ostdeutschland – auch in Mecklenburg-Vorpommern. Die Frage, ob Erinnerungskultur als selbstverständlich gilt oder als verhandelbar betrachtet wird, entscheidet mit darüber, ob Menschen, die nicht zur Mehrheit gehören, hier sicher leben können. Demokratische Zivilgesellschaft ist gefragt, diese Auseinandersetzung nicht den Parteien zu überlassen, sondern selbst Haltung zu zeigen.