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Thursday, 17. September 2026
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International

Zivilgesellschaft fordert Kontrolle über Südafrikas Rechenzentrum-Boom

Fünf zivilgesellschaftliche Organisationen haben bei der südafrikanischen Menschenrechtskommission einen gemeinsamen Bericht eingereicht, der die weitreichenden Folgen des Rechenzentrum-Booms dokumentiert. Die Anlagen verbrauchen immense Mengen Wasser und Energie, schaffen kaum lokale Beschäftigung und operieren bislang in einem weitgehend unregulierten Raum. Die Organisationen fordern eine nationale Untersuchung, verbindliche Transparenzpflichten sowie einen vorläufigen Genehmigungsstopp für neue Großprojekte, bis ein angemessener rechtlicher Rahmen entwickelt wurde. Dieses Beispiel zeigt, wie wichtig zivilgesellschaftliche Kontrolle digitaler Infrastruktur auch für Europa und Deutschland sein kann, wo ähnliche Debatten über Ressourcenverbrauch und demokratische Regulierung von Rechenzentren zunehmend an Bedeutung gewinnen.

Der Bericht zeigt exemplarisch, wie digitale Infrastruktur ohne demokratische Aufsicht Ressourcen verbraucht und Gemeinwesen belastet, während Gewinne ins Ausland fließen. Zivilgesellschaftliche Kontrolle über technologische Großprojekte ist eine Kernfrage für offene Gesellschaften weltweit. Das Modell – Menschenrechtskommission als Regulierungsanstoß – ist ein übertragbares Instrument für demokratische Rechenschaftspflicht.

Die Forderungen der Organisationen zeigen, wie demokratische Institutionen genutzt werden können, um marktgetriebene Infrastrukturentscheidungen unter öffentliche Kontrolle zu stellen. Verbindliche Offenlegungspflichten, öffentliche Register und Gemeinwohlauflagen, wie sie aus dem Bergbau und der Erneuerbaren-Energien-Branche bekannt sind, könnten als Blaupause für Europa und Deutschland dienen. Gerade im Kontext des europäischen KI-Booms ist die Frage relevant, wer die sozialen und ökologischen Kosten trägt und wer davon profitiert.