Zivilschutz bis 2029: Wer wird geschützt – und wer nicht?
Zivilschutz ist keine abstrakte Sicherheitspolitik, sondern eine Frage der Gleichheit: Wer in dünn besiedelten Regionen lebt, wer arm ist oder kein Auto hat, ist im Ernstfall stärker gefährdet. Der Streit ums Geld zwischen Bund und Ländern darf nicht dazu führen, dass am Ende wieder strukturschwache Regionen das Nachsehen haben. Eine offene Gesellschaft zeigt sich daran, wie gut sie die Schwächsten schützt – nicht wie gut sie Ministerkonferenzen organisiert.
Für Mecklenburg-Vorpommern mit seiner langen Küstenlinie, den vielen Inseln und dem dünn besiedelten ländlichen Raum ist die Frage nach belastbaren Versorgungslinien besonders dringend. Wer in Vorpommern oder auf einer Ostsee-Insel wohnt, weiß, dass staatliche Infrastruktur hier schneller an Grenzen stößt als in Ballungsräumen. Die Landesregierung sollte im Rahmen der IMK klar benennen, was MV konkret braucht – und diese Zahlen öffentlich machen.