Direkt zum Inhalt
minutentakt.
Thursday, 7. May 2026
Ticker
Wissenschaft & Gesundheit

Zuckersteuer auf Getränke: Fachleute sehen Maßnahme als Anfang

Die geplante Herstellerabgabe auf zuckerhaltige Getränke orientiert sich am britischen Modell, das nachweislich zu Rezepturanpassungen geführt hat. Wissenschaftliche Fachleute bewerten die Maßnahme als wirksames Instrument, betonen jedoch, dass sie nur ein Baustein einer umfassenderen Ernährungs- und Gesundheitspolitik sein kann. Für die Gesundheitsversorgung in Mecklenburg-Vorpommern, wo ernährungsbedingte Erkrankungen wie Diabetes eine besondere Rolle spielen, könnte eine solche Abgabe langfristig zur Entlastung des Gesundheitssystems beitragen. Die wissenschaftliche Evidenz aus Großbritannien gilt als belastbar und gibt Anlass zu vorsichtigem Optimismus.

Zuckerbedingte Erkrankungen wie Typ-2-Diabetes und Adipositas belasten das Gesundheitssystem erheblich und treffen überproportional einkommensschwache Bevölkerungsgruppen. Eine evidenzbasierte Lenkungsabgabe kann Herstellerverhalten verändern, ohne den Konsum direkt zu verbieten, und kombiniert wirtschaftliche Anreize mit Gesundheitszielen. Die Einnahmen könnten gezielt in Prävention und Gesundheitsförderung reinvestiert werden.

Die internationale Evidenz, insbesondere aus Großbritannien und Mexiko, zeigt messbare Erfolge bei der Reformulierung von Getränken nach Einführung solcher Abgaben. Deutschland hätte die Chance, von diesen Erfahrungen zu lernen und eine effektive Präventionspolitik zu etablieren. Für Mecklenburg-Vorpommern mit seinen strukturellen Gesundheitsherausforderungen und einer höheren Rate ernährungsbedingter Erkrankungen wäre eine solche bundesweite Maßnahme besonders bedeutsam. Langfristig könnten die Steuereinnahmen auch regionalen Präventionsprogrammen zugutekommen.