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Wednesday, 16. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

Zwei CDUs in einer Partei: Wohin steuert die Union?

Die CDU steht vor einer fundamentalen Richtungsentscheidung: Koalitionen mit rechtsnationalen oder linken Kräften würden die Partei in völlig verschiedene politische Lager ziehen und offenbaren eine tiefe ideologische Spaltung, die lange unter der Oberfläche brodelte. Diese Zerreißprobe ist kein internes Parteiproblem – sie wird die demokratische Kultur und die Koalitionsfähigkeit der gesamten Mitte prägen. Für Mecklenburg-Vorpommern, wo CDU und SPD in einem Bundesland mit starker AfD-Präsenz regieren, stellt sich diese Frage mit besonderer Dringlichkeit. Wie sich die Union entscheidet, beeinflusst direkt, welche Stimmen in Landtag und Kommunen gehört werden und welche nicht.

Eine gespaltene Volkspartei, die keine klare demokratische Linie mehr hat, schwächt den gesellschaftlichen Zusammenhalt – denn Parteien sind Orte, an denen Kompromisse zwischen verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen ausgehandelt werden. Wenn die CDU ihre eigene Mitte nicht mehr findet, entstehen Lücken, in die antidemokratische Kräfte stoßen können. Für Menschen ohne starke politische Lobby – und das sind in Ostdeutschland besonders viele – ist eine funktionsfähige demokratische Mitte existenziell wichtig.

In Mecklenburg-Vorpommern, wo die CDU traditionell als Oppositionspartei eine wichtige demokratische Kontrollfunktion erfüllt, hat diese Debatte konkrete Auswirkungen. Die ideologische Zerrissenheit der Bundes-CDU strahlt auf Landes- und Kommunalebene aus und beeinflusst, welche Bündnisse möglich sind und welche demokratischen Leitlinien gehalten werden. Wer hier in Rostock oder Schwerin wählt, muss wissen: Die Partei, deren Kreuz man macht, ist vielleicht nicht mehr dieselbe, die man sich vorstellt.