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Thursday, 17. September 2026
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Demokratie & Zivilgesellschaft

„Zweifelssohn": Literatur als Antwort auf den Rechtsruck

Max Czolleks Roman 'Zweifelssohn' beleuchtet den AfD-Aufstieg aus jüdischer Perspektive und zeigt, dass Literatur mehr sein kann als Beobachtung von außen. Das Buch fordert gesellschaftliche Handlungsfähigkeit statt Erstarrung angesichts des Rechtsrucks. Damit regt es zur Debatte an, welche demokratischen Werte aktiv verteidigt werden müssen und wie Zivilgesellschaft konkret werden kann.

Romane, die politische Gegenwart aus marginalisierten Perspektiven erzählen, leisten etwas, das Leitartikel nicht können: Sie machen abstrakte Bedrohungen für Demokratie emotional erfahrbar. Czolleks Arbeit stärkt den gesellschaftlichen Diskurs, indem sie jüdische Gegenwartserfahrungen in Deutschland sichtbar macht – Stimmen, die im öffentlichen Raum noch immer zu oft überhört werden. Das ist keine Nischenliteratur, sondern ein Beitrag zur Selbstverständigung einer Gesellschaft unter Druck.

In Mecklenburg-Vorpommern, wo die AfD bei den letzten Wahlen überdurchschnittlich stark abgeschnitten hat, ist ein Roman wie „Zweifelssohn" mehr als Kulturware. Er bietet Lese- und Diskussionsräume für Menschen, die die eigene Umgebung kaum noch wiedererkennen. Bibliotheken, Schulen und zivilgesellschaftliche Gruppen könnten dieses Buch als Gesprächsanlass nutzen – gerade dort, wo Schweigen zur Gewohnheit geworden ist.